Kleine „Zettel“ verheißen große Zukunft

Abschlussfeier der Beruflichen Oberschule Obernburg 2025
Anlässlich der diesjährigen Abiturfeier begrüßt der stellvertretende Schulleiter StD Esra Lang alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und dankt den vielen helfenden Händen, welche der Feierlichkeit im schuleigenen Innenhof ein festliches Ambiente verliehen haben. Dazu trägt in diesem Jahr auch die musikalische Untermalung durch die Schulband der Berufsschule Miltenberg-Obernburg von OStR Josef Weiß, OStR Thomas Endres und Berufsschülerin Lena Ziegmann bei.
Der stellvertretende Schulleiter Esra Lang gratuliert den Absolventinnen und Absolventen auch im Namen von Schulleiter OStD Alexander Eckert und hebt die große Bedeutung des Fachabiturzeugnisses hervor. Ein zunächst unscheinbares Dokument, ein „Zettel“, der so viel mehr beinhaltet als nur das Ende der Schulzeit an der FOSBOS, indem er das Fachabitur bescheinigt. Dieses Zeugnis stellt ein Spiegelbild der vergangenen zwei Jahre dar, in denen Leistung erbracht, Durchhaltevermögen bewiesen und Weiterentwicklung vor allem im Sinne der Selbsterkenntnis geleistet wurde. Momente des Lernens stehen dabei neben Momenten der Quälerei, ohne die Gewissheit auf Erfolg. Das Zeugnis ist außerdem eine Eintrittskarte in die berufliche Zukunft, da es nicht nur die fachliche Eignung bescheinigt, sondern ebenso einen gereiften, gefestigten Charakter dokumentiert. So gilt es noch eine letzte Hausaufgabe mitzunehmen: Die erbrachten Leistungen mit Stolz in Erinnerung behalten und als Basis für weitere berufliche Erfolge zu bewahren. Die anerkennenden und motivierenden Worte des stellvertretenden Schulleiters werden durch einen Luftballonplatzer an passender Stelle akzentuiert, was sich in der Ansprache des Fördervereinsvorsitzenden Thomas Beilharz wiederholt, als er sagt: „Die Welt braucht junge Menschen wie Sie!“.
Engagierte Schülerinnen der SMV drücken zum Schulabschluss gedanklich die „Pausetaste“ und fragen in einem anregenden Beitrag, was unsere Demokratie braucht? Schule ordnen Sie dabei als Raum ein, in dem gelebte Demokratie erprobt wird: wählen, mitreden, gehört werden, diskutieren, streiten, entscheiden und auch dann mutig weitermachen, wenn es schwierig oder unangenehm wird. Die von den Schülerinnen initiierte Pause zeigt die Demokratie bezeichnenderweise als Werk, das niemals ruht und sie motivieren ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, sich stets für demokratische Werte starkzumachen.
Der stellvertretende Landrat Günther Oettinger äußert neben anerkennenden Worten für die Absolventen, die nach der Zeit des intensiven Lernens nun eigene Wege gehen, klare Forderungen für die umfassende Investition in Bildung, welche Geldmittel keineswegs „konsumiert, sondern zukunftsträchtig in den Geist investiert“. Oettinger hofft, dass die jungen Menschen nicht nur hervorragende Leistungen im Beruf erbringen, sondern auch die politische Betätigung in Erwägung ziehen, um neben individuellen Bedürfnissen auch das Gemeinwohl zu stärken. Obernburgs erster Bürgermeister Dietmar Fieger fasst die Gedanken seiner Vorredner in gewisser Weise zusammen, indem er die heutzutage unter Druck geratene Demokratie in die Hände der Absolventeninnen und Absolventen verantwortet. Stabile demokratische Strukturen leben im Großen wie im Kleinen vom Mitmachen jedes Einzelnen: „Also bitte, mischen Sie sich ein!“.
Nach der Ehrung der Klassen- und Jahrgangsbesten richtet sich die Vorsitzende des Elternbeirats Heike Frosch an die Schülerinnen und Schüler und ermutigt Sie nun auf ihrem eigenen Weg „neugierig loszugehen“ und die Offenheit des individuellen Lebensplans, der oftmals die klaren Strukturen eines Stundeplans entbehrt, als Chance zu sehen. Voller Stolz und unter viel Applaus nehmen zuletzt alle 71 Absolventeninnen und Absolventen ihren „Zettel“ entgegen – ein Zeugnis, welches Leistung, Durchhaltevermögen und persönliche Weiterentwicklung bezeugt.
Cornelia Schwarz